Aktuelle Einschätzung zur Finanzkrise

Situation und Ausblick für die Kapitalmärkte 

Die internationalen Finanzmärkte befinden sich seit Jahresanfang in einem überaus schwierigen Umfeld, welches durch starke Preisrückgänge im US-Immobilienmarkt und einer Überschuldung der dortigen Haushalte ausgelöst wurde und sich in enormen Abschreibungen auf Kredite im amerikanischen und europäischen Bankensektor niederschlug.

Die Stabilität der Banken ist durch staatliche Rettungspakete sowohl in den USA als auch in Europa in den ersten Oktoberwochen gesichert worden, so dass die Funktionalität des Bankensystems und somit des Wirtschaftskreislaufs grundsätzlich nicht mehr gefährdet ist.

Die enormen Abschreibungen in den Bankbilanzen und die Kommunikation der Banken untereinander bremsen jedoch die Kreditvergabe. Die weltweiten Rückgänge der Immobilien- und Aktienmärkte drücken den privaten Konsum sowohl in den Industrienationen als auch den Schwellenländern, so dass in den nächsten Quartalen eine Rezession in den USA und Europa sowie eine deutliche Abkühlung des Wachstums in den Schwellenländern von 8-9% auf 4-5% unvermeidlich ist.

Der aktuell nochmals beschleunigte Fall der Aktienkurse ist unseres Erachtens auf Zwangsverkäufe kreditfinanzierter Aktienbestände insbesondere von Hedgefonds zurückzuführen. Wann dieser Effekt ausläuft ist kurzfristig nicht überschaubar, so dass weitere Turbulenzen nicht auszuschließen sind.

Wir verstehen uns als Vermögensverwalter mit einem traditionellen Bewertungsansatz und orientieren uns im Aktienmarkt an Kennziffern wie KGV und Dividendenrendite sowie Wachstumschancen und Marktstellung in 5-10 Jahren.

Vor diesem Hintergrund sind Aktien zurzeit extrem billig. Selbst bei einer weiteren Verschärfung der Krise und weiterer konjunktureller Eintrübung liegt die Unterbewertung bei durchschnittlich 40%.

Wir erwarten spätestens in 2010, wahrscheinlich schon im 1. Halbjahr 2009 eine sehr deutliche Kurserholung und raten daher von überstürzten Verkäufen ab.

Auch die von uns in den Kundendepots zur Risikoreduktion eingesetzten Zertifikate von Großbanken sind nach den staatlichen Rettungspaketen für die Bankbranche aus unserer Sicht nicht mehr gefährdet. Papiere von Lehman Brothers wurden grundsätzlich nicht eingesetzt.

Mit freundlichen Grüßen
DKS Vermögensverwalter GmbH
Bonn 24. Oktober 2008